Tag Archives: Diskussion

Nachbereitung zu den Protesten gegen den NPD-Bundesparteitag in Weinheim

Nach dem wir uns über die starken Proteste gegen den NPD
Parteitag in Weinheim gefreut hatten, wurde diese Freude durch einige Berichte aus der Region getrübt, die miltante Aktionen runterspielten und sich in eine bürgerliche Kritik an Polizeigewalt und verzerrten Medienberichten verzettelten. Jetzt können wir eine Nachbereitung von GET UP Mannheim dokumentieren, die antifaschistische Perspektiven in der Provinz sehr gut reflektiert:

Am 21. und 22. November 2015 fand zum dritten Mal in Folge der NPD-Bundesparteitag in Weinheim statt. Gemeinsam mit anderen linksradikalen und Antifa- Gruppen aus der Rhein-Neckar-Region haben wir dieses Jahr zum ersten Mal im Bündnis „BLOCK NPD“ dagegen mobilisiert.

Wir haben viel Zeit und Energie in die Mobilisierung gesteckt und versucht eigene Akzenten zu setzen. Daneben haben wir uns an den Mobilisierungsaktionen des Bündnisses beteiligt. Continue reading Nachbereitung zu den Protesten gegen den NPD-Bundesparteitag in Weinheim

Chronik und Inspiration: Für einen Schwarzen Dezember

Μαύρο Δεκέμβρη – Schwarzer Dezember – Diciembre Negro – Black December – Kara Aralık – Dicembre Nero  – Décembre Noir – Dezembro Negro

Nach dem offenen Aufruf von Panagiotis Argriou (CCF) und Nikos Romanos, zwei griechische anarchistische Gefangene, sind Weltweit Anarchist*innen der Aktionskampagne mit dem Namen Schwarzer Dezember gefolgt, „welche der Zünder für einen Neustart anarchistischen Aufstands, innerhalb und ausserhalb der Knäste, sein wird.“

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Zudem gab es einen internationaler Aufruf in mehreren Sprachen. Es folgten Texte, Briefe und Broschüren aus verschiedenen Teilen der Welt sowie Solidaritätsbekundungen, gezielte Angriffe und Aktionen. Eine anarchistische Offensive, die sich die Straßen, Plätze, Raum zurückholt und diese mit Inhalten füllt:

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Für einen Schwarzen Dezember

Für eine neue, kämpferische Position des anarchistischen Aufstands – Für einen Schwarzen Dezember

von Panagiotis Argriou (CCF) & Nikos Romanos

(Übersetzung aus dem Englischen (Nov. 2015) Der Aufruf kommt von zwei griechischen Anarchisten, welche zur Zeit im Gefängnis sind.)

I hate the individual who bends his body under the weight of an unknown power, of some X, of a god.
I hate, I say, all those who, surrendering to others, out of fear, out of resignation, a part of their power as a man, are not only crushed themselves but crush me, and those I love, under the weight of their frightful cooperation or their idiotic inertia.
I hate, yes, I hate them, for I sense it, I do not bow before the officer’s braid, the mayor’s sash, the capitalist’s gold, moralities or religions; for a long time I have known that all of this is just baubles that can be broken like glass.

Joseph Albert (Libertad)

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AfD in Berlin – Desaster für die Antifa

Die AfD Demonstration am 7. November offenbarte das ganze Dilemma der Berliner Antifa nach über einem Jahr regelmäßiger Naziaufmärsche. Unter Berliner Antifa verstehen wir die Menschen in dieser Stadt, die sich auf den Anti-Nazi Kampf spezialisiert haben genauso wie die linksradikalen, autonomen und anarchistischen Zusammenhänge, die Hausis, die Antira Gruppen und alle, die entsprechenden Aufrufen zu Protesten folgen. Nicht jedoch die vermeintliche Zivilgesellschaft und die Beschwichtiger aus der Szene der Labelpolitik.

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Bristol und Berlin – Ähnlichkeiten in der Aufstandsbekämpfung

Aufstandsbekämpfung ist nicht nur das Eingreifen der Polizei in Prozesse von sich radikalisierenden Bevölkerungsgruppen, sondern auch eine Vielzahl von Maßnahmen, die auf eine Manipulation der öffentlichen Meinung oder gesellschaftlichen Stimmung abzielen.

Auffällig sind uns dabei die Ähnlichkeiten in Berichten von TV Sendern in Bristol und Berlin geworden, die über Aktionen von „Anarchisten“ und „Linksextremisten“ berichten. Zum Vergleich, ein RBB Bericht vom 19.09.2014 und ein BBC Beitrag vom 22.09.2014.

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Deutschland halt‘s Maul! – Zum 03.10. in Frankfurt

Am 3. Oktober will sich der deutsche Staat zum ”25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung”, des Einkaufs der DDR durch die BRD, von seiner besten Seite, dem neuen aufgeklärten, toleranten Deutschland präsentieren. Das Spektakel wird vom 2. bis 4. Oktober in Frankfurt stattfinden, weil Hessen in diesem Jahr die Bundesratspräsidentschaft inne hat.

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Einige Gedanken zur antifaschistischen „Vollversammlung“ am 01.09. im SO36

der folgende Text wurde von linksunten übernommen:

An erster Stelle: Der folgende Text ist eine Gedankensammlung, geboren aus Diskussionen. Insofern ein Diskussionsvorschlag. Nicht die Politische Wahrheit und auch auf keinen Fall objektiv. Er ist nicht der Weisheit letzter Schluss sondern im Gegenteil ein Angebot gemeinsam bohrenden Fragen nachzugehen.
Er bezieht nicht alle Erfahrungen und Perspektiven ein, sondern ist zutiefst subjektiv. So wie alle Texte…

An zweiter Stelle ersteinmal ein großes Danke an die Initiator_innen der Versammlung. Oft diskutiert, finden offene Versammlungen zu bestimmten Themen leider viel zu selten statt.

Und so war es wohl für viele (wenn auch nicht die Moderation) abzusehen, wie die Veranstaltung im SO36 laufen würde. Die Meisten von uns sind es einfach nicht mehr gewohnt auf offenen Versammlungen zu reden. Auch fehlte im Vorfeld jegliche Ankündigung (der ja existierenden) Wünsche der Moderation in welche Richtung sie diskutieren möchte. Es wäre gut gewesen, zumindest die Leitfragen im Vorfeld zu veröffentlichen, damit Menschen sich in ihren Zusammenhängen schon Gedanken zu den gewünschten Fokussen machen können.

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[Blockupy] Eine Antwort auf den KoKreis-Text

„When shall we three meet again? In thunder, lightning, or in rain?“
„When the hurlyburly’s done, When the battle’s lost and won.“
„That will be ere the set of sun.“

Liebe Freund_innen des Blockupy-Bündnisses, liebes Blockupy-Bündnis, oder anders gesagt: Liebe Genoss_innen,
am 30. Mai verfasste der Blockupy-KoKreis eine Stellungnahme zu den Geschehnissen rund um den Blockupy-Protest. Eigentlich ging es dabei hauptsächlich um die Randale und den Riot in Frankfurt anlässlich der EZB-Eröffnung. Das ist das eigentliche Thema des Textes. Dazu wünschte sich der KoKreis ein wenig verklausuliert eine Auseinandersetzung:

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Photographers in solidarity ? Die Diskussion über Fotografie

der folgende Text wurde von linksunten übernommen.

Das Filmen auf Demos ist ein leidiges Thema und wir teilen die Kritikpunkte in diesem Text. Unverständlich finden wir das Fotografen wie Björn Kietzmann oder „Sören Kohlhuber“ noch unbeschadet auf Demos agieren können. Wer Faschisten als „Neonazis“ bezeichnet und sich selbst als „szenekundig“ pflegt eine merkwürdige Nähe zum Behördensprech. Niemand benötigt solche Fotografen, da jede Bewegung ausreichend Kapazitäten besitzt um sich selbst darzustellen. Als weiteren Hinweis auf zunehmende Gefahren durch die Presse, haben wir ein Video aus Istanbul verlinkt, welches mit Google Glasses gefilmt wurde. Auf das diese massenhaft in den Gesichtern ihrer TrägerInnen zerschlagen werden! :

Aktuell scheint die Debatte, wie mit Fotografie von linken Aktionen umzugehen ist, wieder aufzuleben. Am 5. August veröffentlichte die Gruppe „Photographers in solidarity“ ein Statement auf Facebook, in dem sie den Umgang mit „ihren“ Fotos thematisieren. Auch ein in der linken Szene bekannter Fotograf veröffentlichte vor kurzem einen Text auf Facebook, in dem es um die Praxis von Verpixelung und Fotos als „Dienstleistung“ für die Bewegung ging.

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