Ein Grund für das Versagen bei Flüchtlingskämpfen

Ein kürzlich erschienener Text über Stärken und Schwächen autonomer Politik in Berlin konnte keinen Diskurs über eine bessere Organisierung anschieben. Zumindest in den Kommentaren und bekannten Reaktionen wird der Begriff „autonom“ häufig mit Gewalt oder Militanz verwechselt. Dieser Eindruck mag entstehen wenn unter Stärken fast nur noch militante Aktionen zu finden sind weil der politische, theoretische, agitatorische und organsisatorische Drang dieser Szene momentan sehr begrenzt ist. Ein Grund für das Versagen bei Flüchtlingskämpfen weiterlesen

Zapatistas – Chronik einer Rebellion (2003)

10 Jahre indigener Widerstand und autonome Organisationsformen in Chiapas

Ya basta — es reicht! Mit diesem Schlachtruf besetzt ein Heer maskierter und schlecht bewaffneter Indígenas im Morgengrauen des Neujahrstages 1994 die Rathäuser in sieben Landkreisen des südostmexikanischen Bundesstaates Chiapas und erklärt der mexikanischen Regierung den Krieg. Was im ersten Moment wie ein Himmelfahrtskommando anmutet, erweist sich schnell als waghalsige aber wohl überlegte und koordinierte Aktion. Die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung EZLN ist, im elften Jahr ihres Bestehens, an die Öffentlichkeit getreten — und hat Chiapas und ganz Mexiko seitdem nachhaltig verändert.

https://www.youtube.com/watch?v=tlk5CQt7Juo

9 Tage hinter den Barrikaden

Dokumentation über den Widerstand gegen die Räumung einiger besetzten Häuser in Kopenhagen.

Im September ´86 war Kopenhagen Schauplatz einer Aktion, die wohl nicht nur für Dänemark einzigartig war, sondern auch in der BRD Schlagzeilen machte. – Es ging um das damals seit über drei Jahren besetzte Haus in der Ryesgade 58, in dem rund 60 Leute lebten. Die Besitzerin, eine Wohnungsbaugesellschaft namens UNGBO will es abreißen lassen. Die angekündigte Räumung steht kurz bevor; sie ist für den folgenden Tag angekündigt, wird aber noch neun Tage auf sich warten lassen. –

Hier beginnt der Videofilm der dänischen Gruppe, die während der neun Tage bei (fast) allen Aktionen und Alltagssituationen filmen konnte. Ihr gelang so ein Portrait des Lebens hinter den Barrikaden von den Leuten, die sich entschlossen hatten, das Haus militant zu verteidigen.

Der Tod von Klaus-Jürgen Rattay

Bei einer Demonstration gegen die Räumung von acht besetzten Häusern („Lummerland ist abgebrannt“), geriet Klaus-Jürgen Rattay am 22. September 1981 auf die Fahrbahn, wurde von einem Bus der BVG erfasst und tödlich verletzt. Einige Hausbesetzer behaupteten nach dem Unfall, er sei von der Polizei auf die Fahrbahn gedrängt worden. Diese Aussagen wurden im anschließenden Gerichtsverfahren nicht bestätigt. Der Staatsschutz behauptete seinerseits, Rattay sei mit einem fotografierten Demonstranten identisch, der unmittelbar vor der Räumung in der Winterfeldtstraße Barrikaden mit Benzin angezündet habe. Augenzeugen und Betroffene fanden sich zu einem Schweigemarsch zusammen, hielten eine Mahnwache mit Kerzen ab und legten am nächsten Tag eine Gedenkstätte für ihn an. Auch im Ausland, insbesondere in Amsterdam, kam es in Verbindung mit den Berliner Vorfällen zu Ausschreitungen. Die Berliner Polizei räumte wenige Tage später erneut ein besetzes Haus in der Pohlstraße 59 im Bezirk Tiergarten.

Drei Wochen nach dem Tod Rattays bildete sich eine „unabhängige Untersuchungskommission“, der unter anderen Bundesverfassungsrichter a. D. Martin Hirsch, Professorin Uta Ranke-Heinemann und Pfarrer Jörg Zink angehörten. Nachdem die Ermittlungen noch im Dezember desselben Jahres eingestellt worden waren, bemühten sich die Eltern des Neunzehnjährigen vergebens um Wiederaufnahme des Verfahrens, die im August 1982 abgelehnt wurde.

Ein Augenzeuge gab dem Tagesspiegel am Abend der Vorfälle eine ganz andere Darstellung: Rattay habe zu der Menge gehört, die von der Polizei in der Bülowstraße in Richtung Potsdamer Straße getrieben worden sei. Als der Bus kam, habe er auf der Kreuzung gestanden, zunächst mit dem Rücken zu dem Fahrzeug, dann mit dem Gesicht. Der Busfahrer sei voll auf ihn zugefahren und habe Rattay frontal erfaßt. Bis zu diesem Zeitpunkt sei der Bus nicht mit Steinen beworfen worden. Der Bus sei trotz des Anpralls weitergefahren, habe dann zwar kurz abgebremst, aber seine Fahrt fortgesetzt, bis er von Passanten gestoppt wurde. Erst dann sei er durch Steinwürfe beschädigt worden. Diese Version, daß Rattay ohne weiteres überfahren worden sei, veröffentlichte am Abend auch ein „Ermittlungsausschuß“ unter Berufung auf 25 Zeugen.

https://www.youtube.com/watch?v=ouT_vFwEGdw

Videonews aus Berlin und anderen Städten

Schwabinger Krawalle 21/06/1962

1968 Die Schlacht am Tegeler Weg

Hamburg, Räumung der Ekhofstraße, Mai 1973

Protest gegen AKW Grohnde, März 1977

Polizeivideo: Schlacht um Grohnde 1977

Rekrutengelöbnis Bremen Mai 1980

Fränkelufer Kreuzberg Dezember 1980

Haig in Berlin, Tod von Klaus Jürgen Rattay, September 1981

Schlacht am Nollendorfplatz 11/06/1982 Berlin

Reagan in Berlin Juni 1982, Wackersdorf Mai 1986

Zaunkämpfe Wackersdorf 1986

Startbahn West, Frankfurt/Main

1. Mai 1987, 1989 und 1991 Kreuzberg

Berlin 1987, die Kampagne der TAZ gegen Autonome

Berlin Juni 1988, Kubat Dreieck

Räumung des Kubat Dreiecks

1. Mai 1989, TAZ und Grüne gegen Autonome

Berlin Lichtenberg 1990 Nazis Weitlingstraße I

Weitlingstraße 1990 Demo II

3. Oktober 1990 Ost-Berlin: Deutschland halts Maul Demo

14. November 1990: Räumung Mainzer Straße

Unbekannte Aufnahmen Steine werfender Bullen Mainzer Str.

Walpurgisnacht und 1. Mai 1996 Berlin/ Prenzlauer Berg

Juli 2009: ARD Tagesthemen, Linker Terror in Kreuzberg

Juli 2011: Demo für Carlo Giuliani

Angriff auf Polizei in Kreuzberg Juni 2013

Juni 2014: Mobivideo Lange Nacht der Rigaer Straße

September 2014: Gewaltdiskurs der Herrschenden

September 2014: RBB Kontraste – Terror im Kiez

September 2014: „Terror im Kiez“ Nachtrag zur RBB Berichterstattung

November 2014: Videonews aus implodierenden Städten

April 2015: RBB Abendschau gegen „linke Gewalt“

Juni 2015: Mobivideo Lange Woche Rigaer Straße

August 2015: Soliaktion für Valentin am Dorfplatz

Juli 2016: Mobivideo Demo Investor*innenträume platzen lassen, Friedrchshain

Juli 2016: Drei Wochen Belagerung der Rigaer 94

Hafenstrasse Hamburg 1986 – 87

»Wir werden noch tanzen, wenn an Voscherau + Lochte schon keine/r mehr denkt.« (Wandbild Hafenstraße 1991)

„Die Protagonist/innen des Kampfes um die Hafenstraße übernahmen für einen Wimpernschlag der Geschichte die »intellektuelle und moralische Führung« eines neuen »historischen Blocks«, der die Hegemonie des traditionell führenden Blocks der Bourgeoisie in der Zivilgesellschaft erfolgreich herausforderte. Wer in diese Ereignisse involviert war, bekam zumindest eine flüchtige Ahnung vom menschlichen Potenzial für Solidarität und Veränderung.“ Eine Frau aus der Hafenstrasse 2010
Der gesamte Text in der insgesamt lesenswerten Zeitschrift „Das Argument 289“

http://www.inkrit.org/argument/index.htm
Presse 2006 – 25 Jahre Hafenstrasse: http://goo.gl/Gkx1Z
Chronologie der Hafenstrasse: http://goo.gl/ZXy1D