Category Archives: General

Von der Turmstrasse bis zum Moritzplatz

der folgende Text ist von linksunten übernommen:

Gescheiterter Aktionstag gegen Repression in Berlin
Es gibt nur eine nützliche Tat: Die den Menschen und die Welt verbessert. Ich werde nie die Menschen verbessern. Aber man muss so tun, als ob… Deshalb habe ich diese absurde und aussichtslose Anstrengung gewählt. Eben deshalb stehe ich auf der Seite des Kampfes. Die Zeit eignet sich dazu, ich sagte es schon. (Albert Camus)

17:00 Uhr Demo in Moabit

Zum angekündigten Start der Kundgebung um 16:00 Uhr war der Lautsprecherwagen nicht in Sicht, an der Thusnelda-Allee, dem angekündigten Kundgebungsplatz, niemand zu sehen. Vereinzelte Kleingruppen im Umfeld, beäugt von uniformierten Bullen und den PMS Aufklärern. Erst mit über einer halben h Verspätung kommt der Lauti, einige hundert Menschen sammeln sich. Die üblichen Redebeiträge, die Stimmung ist wie das Wetter: Grau in Grau. Die Bullen umkreisen das Terrain, filmen fleissig ab. Continue reading Von der Turmstrasse bis zum Moritzplatz

Ab 22.März – Gefahreninseln aufbauen!

Noch ist nicht erkennbar, ob die angemeldete Demonstration gegen Repression am 22.März so großen Zuspruch erfährt, dass sie sich durchsetzen kann und ob ausreichend Leute sich auf die unangemeldete Demo am Abend einlassen werden. Repression ist ein undankbares Thema für eine Mobilisierung, die Szenegrenzen sprengen will, denn die Mehrheit der Gesellschaft liebt Repression. Continue reading Ab 22.März – Gefahreninseln aufbauen!

22. März: Von Hamburg nach Berlin – Butter bei die Fische

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Ick heff mol in Hamburg een Veermaster sehn Als am 21. Dezember die Bullen die Demo vor der Roten Flora frontal angriffen, markierte dies den vorläufigen Höhe-und- Endpunkt einer bemerkenswerten Entwicklung. War die Praxis der diversen Zirkel und Grüppchen der zersplitterten Linksradikalen in den letzten Jahren weitgehend auf eine identitäre Selbstreferenzialität beschränkt, so entlud sich nun in den folgenden Stunden eine massenmilitante Praxis, die sich erstmalig seit Jahren wieder im Kontext einer sozialen Konfliktualität verortete.

Die Ironie an der Geschichte der Entwicklung der letzten Monate in Hamburg (und dies ist kein neues Phänomen in der Geschichte der autonomen Kämpfe) ist, dass diejenigen, die diese Dynamik ausgelöst und seit dem Ultimatum an den Hamburger Senat im wesentlichen getragen haben, sich eben jener Dynamik – ihrer Rahmenbedingungen, ihrer Möglichkeiten als auch ihrer Begrenzungen – nur auf einer wahrscheinlich vordergründigen Art und Weise bewußt gewesen sind. Vielleicht schien in der einen oder anderen Nacht vor dem 21.12. eine vage Ahnung von der Möglichkeit des Unmöglichen ebenso wie von den (politischen !) Gefahren jenseits des Erscheines einer Bulleneinheit auf Continue reading 22. März: Von Hamburg nach Berlin – Butter bei die Fische

Chile: Tag des jungen Kämpfers

In Chile wird der 29.März als „Tag des jungen Kämpfers“ begangen. An diesem Datum im Jahr 1985 traf die Polizei, angeblich die Carabineros Francisco Toledo Puente, Jorge Marín Jiménez, Mauricio Muñoz Cifuentes und ihr Chef Alex Ambler Hinojosa an der Kreuzung Las Rejas/ Avenida 5 de Abril in Santiago auf Rafael und Eduardo Vergara Toledo und tötete sie. Die beiden Brüder waren in den bewaffneten Kampf gegen die Diktatur Pinochets involviert. Eduardo, 20 Jahre alt, wurde auf der Stelle erschossen, während Rafael, 18, den Hinterhalt der Polizei überlebte und später in einer Polizeistation hingerichtet wurde. Continue reading Chile: Tag des jungen Kämpfers

Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins – eine militante Nachbetrachtung

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Obwohl wir nichts von Schusswaffengebrauch in die Überschrift geschrieben haben, können wir uns schon jetzt einer gewissen Aufmerksamkeit sicher sein. Die einen werden weitere militaristische Tipps und Anekdoten erwarten, der Boulevard und die ausgemachten Gegner*innen einer radikalen Linken weitere Zitate, die sie in ihrer idiosynkratischen Ablehnung bestärken und andere wiederum werden genervt aufseufzen und sich die Frage stellen, ob eine weitere militante Auswertung wirklich Not tut. Continue reading Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins – eine militante Nachbetrachtung

Staatsfeindlichkeit stärken – Hamburg weitermachen

Vorschlag zum Aktionstag am 22. März in Berlin

Am 21. Dezember gingen in Hamburg 10.000 Menschen auf die Straße um gemeinsam freiheitliche Ideen voranzubringen. Viele waren sicher da, um für den Erhalt der Flora zu demonstrieren oder um Bleiberecht für die Lampedusa-Gruppe zu fordern. Der überwiegende Teil war jedoch mit einer radikaleren Kritik der Verhältnisse auf der Straße. Continue reading Staatsfeindlichkeit stärken – Hamburg weitermachen

Görlitzer Park – Testfeld präventiver Aufstandsbekämpfung

Ein kleines Areal in Berlin Kreuzberg ist zur Schreckensvision in Medienberichten und dem Bewußtsein einiger AnwohnerInnen mutiert und steht ganz Oben in der Sicherheitsdoktrin von Bullen und Senat.
Der Görlitzer Park entstand aus den Resten eines alten Bahnhofs, Ende der 80er Jahre war er am 1.Mai ein heißes Pflaster für die Bullen. Grass und Shit wird hier seit längerem vertickt aber was seit sechs Jahren passiert, ist der Albtraum der deutschen Mittelschicht. Continue reading Görlitzer Park – Testfeld präventiver Aufstandsbekämpfung

Über HH2112 und eine militante Zukunft auf der Straße

Der folgende Text wurde von Linksunten übernommen. Für die darin enthaltenen Vorschläge finden sich gelegentlich Beispiele aus der Praxis auf unseren aktualisierten Unterseiten.

Vorab
Im Folgenden wollen wir versuchen möglichst knapp, präzise und übersichtlich unsere Sichtweise darauf darzulegen, was die Ereignisse um HH2112 politisch wiederspiegeln, und was welche Schlüsse wir daraus für die Zukunft ziehen. Nachdem einerseits ein beträchtlicher Teil der radikalen Linken der BRD vor Ort war, wollen wir dabei über ein paar wenige konkrete Situationen diskutieren. Vor allem aber wollen wir diese größte Mobilisierung des vergangen Jahres als Bezugspunkt für eine allgemeine Debatte über Zukunft militanter Praxis auf der Straße nutzen, auch um niemanden auszuschließen, der nicht selbst dort war. Nachdem uns ferner klar ist, dass nicht jedeR Zeit hat, so lange Texte zu lesen, haben wir uns bemüht Kapitel zu schreiben, die mensch auch einzeln lesen kann. Continue reading Über HH2112 und eine militante Zukunft auf der Straße